„Fundament ist gelegt, das Haus muss noch gebaut werden“

07.09.2020, 10:00 Uhr

Im Interview mit "Marke Vorarlberg" schildert Hans-Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, was ihn bei der Mitentwicklung der Marke antreibt und wie die weiteren Schritte aus seiner Sicht aussehen müssten.

Schon seit dem Jahr 2012 – seit der Verabschiedung der Tourismusstrategie – sei es sein Anliegen gewesen, die bestehende Tourismusmarke in eine Standortmarke weiterzuentwickeln. „Wir haben so viele Spitzenleistungen in diesem Land, dass es uns wichtig erschien, herauszufinden, wo hier der rote Faden liegt und was uns gemeinsam stärkt. Und zwar quer durch alle Branchen. Das war für uns die Intention, eine ‚Marke Vorarlberg‘ voran zu treiben“, so Metzler.

Video-Interview mit Wirtschaftskammerpräsident Hans-Peter Metzler im Käsekeller seines Hotel Schiffs in Hittisau.

Seit der Coronakrise habe sich für ihn die Rolle der Marke intensiviert. „Manches ist deutlicher geworden. Gerade, wenn es darum geht, noch schneller und noch gründlicher zu werden, spielt die Marke für mich eine absolut zentrale Rolle.“

Für Metzler ist das Fundament der Marke gelegt. „Wobei das Haus noch gar nicht gebaut ist, und schon gar nicht der Dachstuhl.“ Aber das Fundament sei da! „Wir wissen jetzt, auf was wir bauen können!“ Wir haben die Vision in einem tollen, breiten Prozess entwickelt, darauf können wir uns jetzt ausrichten, und zwar nach innen und auch nach außen.

Als Lieblingsort in Vorarlberg nannte Metzler das Bödele. Von hier aus sehe man in seine Heimat, den Bregenzerwald und auf den Bodensee, der Symbol für die Offenheit, die Dynamik mit den Nachbarregionen sei.

Hier arbeitet auch die Wirtschaftskammer mit einem groß angelegten Strategieprozess mit. Eine Reihe von Projekten würden zum „chancenreichsten Lebensraum für Kinder“ passen, so Metzler. Er ist überzeugt, dass die Kammer hier einen tollen Beitrag leisten wird. Gerade auch im Bereich Nachhaltigkeit, Bildung, Digitalisierung und Regionalität werden die über 1.000 Unternehmen, die in der Kammer sind, Beiträge leisten.

Nachhaltigkeit, Bildung, Regionalität sind für ihn neben der Digitalisierung zentral.

Zentral sei für ihn, „keine Marke zu erfinden, sondern den Kern, das Wesen, dieser vielen bereits bestehenden Leistungen zu finden.“ Metzler ist überzeugt, dass ein gemeinsames Ziel wichtig ist. „Wenn wir vor zehn Jahren zehn Unternehmer gefragt hätten: ‚Für was steht Vorarlberg?‘, hätten wir wahrscheinlich zehn verschiedene Antworten bekommen.“

Jetzt würde man wohl auch noch einige unterschiedliche erhalten, weil die Vision noch nicht ganz durchgedrungen sei, aber immerhin können wir anstreben, dass zumindest 8 von 10 sagen; „chancenreichster Lebensraum für Kinder“. Wenn das einmal in den Köpfen von vielen sei, komme man hier in eine kritische Masse, dass es auch funktioniert.

Einer jener Orte, an denen für Metzler die "Marke Vorarlberg" bereits gelebt wird: die POSTGARAGE!

Fotos: Christina Meusburger, Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) | Popp Hackner, Vorarlberg Tourismus | Christophe Ketels, Compagnie Gagarine | Johannes Fink, Bregenzerwald Tourismus | POSTGARAGE | Benjamin Schlachter

Video: Christina Meusburger, WISTO