Wirtschaft und Innovation

11.05.2018, 10:46 Uhr

Vorarlberg zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Internationale Großkonzerne und leistungsfähige Klein- und Mittelbetriebe exportieren jährlich Waren im Wert von rund 10,4 Mrd. Euro.

© Liebherr

Waren es in den 1970er-Jahren noch die Textilunternehmen, sind es heute die Metall- und Maschinenproduzenten, die am meisten umsetzen. Es folgen Nahrungsmittel und Elektronik.

Leistungsorientiert

Die Erfolgsgeschichte der Vorarlberger Wirtschaft ist geprägt von einer offenen Haltung gegenüber Neuem oder Fremdem, von einer gewissen Lust am Wettbewerb, von der Loyalität zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie von einer starken Resilienz in Familienbetrieben.

Woran zeigt sich das beispielsweise? Nehmen wir zuerst den viel zitierten Exportchampion. Vorarlberg liefert jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 10,4 Milliarden Euro ins Ausland. 76 Prozent der in Vorarlberg produzierten Waren werden jenseits der Landesgrenzen verkauft.

Geografie begünstigt Offenheit

Ein Phänomen, das zum einen durch die geografische Lage im Vier-Länder-Eck begünstigt wurde und wird und zum anderen durch die Größe der Betriebe.

Zu den exportstärksten Unternehmen zählen derzeit die Julius Blum GmbH, Doppelmayr, Liebherr, Grass, Hirschmann, Getzner Werkstoffe, Faigle, 1zu1 Prototypen, Fries, Getzner Textil, Rupp, Rauch, Ölz, Omicron, Bachmann, Gantner Electronic, Mahle König, Künz, Heron, Bertsch, Zimm, z-werkzeugbau, Amann Girrbach sowie AMI.

Geht nicht gibt’s nicht

Offen sein gegenüber Neuem, Leistungsorientiertheit und performatives Herangehen zeigt sich außerdem in einem ähnlichen Thema: Vorarlberg ist die siebt innovativste Region weltweit. Laut OECD liegt es nur wenig hinter Regionen wie Massachussetts und Japan. Werden Patentanmeldungen als Indikator für Innovationen gesehen, gehört das Bundesland damit in diesem Bereich zur Weltklasse. Zumtobel, Tridonic und Blum zählen zu den zehn innovativsten Unternehmen von ganz Österreich. Aber auch Hirschmann, Henn, Grass, Omicron, AMI, Servus Intralogistics, Getzner Werkstoffe sind in diesem Bereich Vorreiter und investieren bis zu 20 Prozent ihres Umsatzes in Forschung.

Auch in diesem Punkt darf man es nicht zuletzt anspruchsvollen Kund*innen aus wirtschaftsstarken Nachbarregionen, wie Bayern, Baden-Württemberg, der Schweiz und Norditalien verdanken, die die Vorarlberger Unternehmen immer wieder herausfordern und ihre Innovationsstärke ankurbeln.

Standorttreue und Jugendförderung

Standorttreue beweisen zahlreiche Unternehmen, die längst international tätig sind und dennoch ihr Headquarters in Vorarlberg halten. Diese Haltung begünstigt das loyale Miteinander zwischen Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen. Gemeinsam wird an langfristigen Lösungen gearbeitet. Die höchste Lehrlingsquote im Bundesländervergleich ist ein Hinweis auf die gesellschaftspolitische Verantwortung, die die Vorarlberger Unternehmer*innen tragen.

Familienunternehmen

Ein weiterer Wesenszug der Vorarlberger Wirtschafts- und Innovationslandschaft sind die zahlreichen Familienunternehmen – 93% aller Unternehmen sind in Familienhand. Neben den „großen“, wie Blum, Alpla, Gebrüder Weiss, Doppelmayr, Rhomberg Bau und Rauch sind dies beispielsweise auch Wagner Anlagenbau, Dorner Electronic, Rattpack, faigle Kunststoffe, Bischof Lebensmitteltransporte, Lercher Werkzeugbau sowie Etiketten Carini und Rupp.

Vertreter*innen aus der Wirtschaft sind in den Markenprozess eingebunden. Hubert Rhomberg, Daniel Wüstner, Hans-Peter Metzler, Thomas Gabriel und Christian Leidinger tragen zum Gelingen bei.

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